Ursachen für ein Brennen in der Scheide

Eine gesunde Scheide ist ausgeglichen. Das bedeutet, dass Millionen von Bakterien, die in der Scheidenflora leben, sich gegenseitig nicht stören. Sie sind sogar wichtig für die Gesundheit unseres Körpers. Wird dieses Gleichgewicht jedoch gestört, können unangenehme Symptome wie ein brennendes Gefühl oder Juckreiz auftreten. Wie können Sie diese unliebsamen Beschwerden verhindern?

Zuerst wollen wir über mögliche Ursachen für ein Brennen in der Vagina aufklären. Ein brennendes Gefühl im Intimbereich kann durch unterschiedliche Faktoren entstehen, u.a. durch:

  • Bakterielle Vaginose
  • Pilzinfektion
  • Reizung durch starke Reinigungsstoffe, Chemikalien, Parfüms, Farbstoffe, Konservierungsmittel usw.
  • Allergien
  • Atrophische Vaginitis: Diese Entzündung, die durch ein Ausdünnen und Schrumpfen des Gewebes sowie einen Mangel an Feuchtigkeit verursacht wird, tritt aufgrund eines Östrogenmangels auf – und daher vorwiegend bei Frauen in den Wechseljahren.
  • Falsche Hygiene: Sowohl fehlende Hygiene als auch zu häufiges Waschen kann die Schutzschicht der Haut beschädigen. Die Verwendung von ungeeigneten Waschprodukten kann ebenfalls die Schutzfunktion der Haut beeinträchtigen.
  • Veränderungen des pH-Werts der Vagina
  • Antibiotika
  • Diabetes
  • Synthetische Unterwäsche und enge Kleidung
  • Vaginale Trockenheit: Bei einer zu trockenen Scheide wird beim Sex unangenehme Reibung erzeugt. Das führt schließlich zu kleinen Rissen in der Vaginalwand und in der Haut der Vulva.
  • Allergische Reaktionen gegen Kondome, Spermizide, Gleitmittel oder sogar das Sperma des Sex-Partners.

Beugen Sie dem Brennen in der Scheide vor!

Hier finden Sie einige Empfehlungen, die Reizungen und ein brennendes Gefühl in Ihrer Vagina verhindern können:

  • Befeuchtung vor dem Sex: Eine ausreichende Feuchtigkeit verhindert Risse, Reibung und schmerzvollen Geschlechtsverkehr. Verwenden Sie ein vaginales Feuchtigkeitsgel, um eine langfristige Wirkung zu erzielen – oder ein wasserhaltiges Gleitmittel unmittelbar vor dem Sex.
  • Wenn Sie glauben, dass die Ursache für Ihre Beschwerden eine Allergie gegenüber einer bestimmten Substanz sein könnte, versuchen Sie herauszufinden, was zu der Reizung führt – und vermeiden Sie alle Produkte, die diesen Inhaltsstoff enthalten.
  • Verwenden Sie ein Produkt mit Präbiotika, um die Gesundheit Ihrer Vagina zu erhalten und zu fördern. Präbiotika unterstützen das Wachstum der „guten“ Bakterien und bewahren das Gleichgewicht der Scheidenflora.
  • Vermeiden Sie Produkte, die Chemikalien, Parfüms, Farbstoffe, Färbemittel oder andere potenzielle Reizstoffe und Allergene enthalten.
  • Verzichten Sie auf Sex, während die Symptome anhalten, damit sich Ihre Vagina erholen kann.
  • Vor allem bei Beschwerden der Vulva gilt: Widerstehen Sie dem Drang, sich im gereizten Bereich zu kratzen. Sich zu kratzen macht nämlich häufig alles noch schlimmer – und kann Schwellungen und weitere Beschwerden verursachen.
  • Wischen Sie sich am WC immer von vorn nach hinten ab. Verwenden Sie parfümfreies und ungefärbtes Toilettenpapier.
  • Vermeiden Sie öffentliche Bäder, wie z.B. Schwimmbecken und Whirlpools.
  • Schützen Sie sich beim Geschlechtsverkehr mit einem Kondom.
  • Tragen Sie Unterwäsche aus Baumwolle und nicht aus Synthetik. Heben Sie sich Spitzen-Unterwäsche und hautenge Jeans für besondere Gelegenheiten auf – und tragen Sie diese nur für ein paar Stunden pro Tag.
  • Wechseln Sie Binden, Tampons und Slip-Einlagen alle 3 bis 4 Stunden.

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