Vaginale Probleme: Muss ich zum Arzt?

Die vollständige Liste an möglichen vaginalen Beschwerden ist lang. Sie reicht von Ausfluss und Geruch bis hin zu Beckenschmerzen. Einige dieser Symptome sind Anzeichen für harmlose Probleme, die mitunter mit frei verkäuflichen Produkten gelöst werden können. Andere Beschwerden im Intimbereich jedoch müssen von Arzt oder Ärztin untersucht und entsprechend behandelt werden. Wir haben nachfolgend die häufigsten Arten von vaginalen Beschwerden und deren Kriterien für Sie zusammengefasst. Damit wollen wir Sie dabei unterstützen, für sich zu entscheiden, ob Sie einen Gynäkologen-Termin vereinbaren sollten.

Häufig auftretende Beschwerden im Intimbereich

Veränderungen des Ausflusses
Der weibliche Ausfluss ist normalerweise klar, weiß oder hellgelb, klebrig oder elastisch. Er tritt in unterschiedlicher Menge und Konsistenz auf – abhängig von Faktoren wie Menstruationszyklus, Schwangerschaft oder Geschlechtsverkehr. Wenn Sie jedoch plötzliche und/oder massive Veränderungen bemerken – wie einen üblen Geruch oder eine starke Verfärbung – sollten Sie in jedem Fall einen Arzt aufsuchen.

Geruch
Auch wenn es stimmt, dass jede Vagina ihren eigenen Geruch hat, kann alles, was anders als sonst riecht, Grund zur Besorgnis sein. Einige Arten von Gerüchen sind für bestimmte Infektionen bezeichnend. Ein „fischiger“ Geruch z.B. ist typisch für eine bakterielle Vaginose.

Juckreiz
Juckreiz kann sich als ein Symptom einer Infektion wie z.B. einer bakteriellen Vaginose oder Soor entwickeln. Er kann aber auch das Anzeichen einer Reizung oder allergischen Reaktion sein, die durch Kondome oder aggressive Pflege-Produkte verursacht wurde. Hier kann ein natürliches, beruhigendes Produkt helfen, die Reizung zu lindern und den Heilungsprozess der Haut zu fördern.

Brennen
Ähnlich wie beim Juckreiz kann ein brennendes Gefühl das Anzeichen für eine Infektion oder eine Nebenerscheinung des Juckreizes sein. Eventuell tritt das Brennen aber auch nach der Anwendung von chemischen Pflege-Produkten ein. In diesem Fall kann es helfen, die Rückstände so schnell und gründlich wie möglich abzuwaschen.

Schmerzen
Schmerzen beim Wasserlassen können auf eine Harnwegsinfektion oder vaginale Infektion hindeuten.

Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs deuten ebenfalls eventuell auf eine Infektion hin – oder darauf, dass Sie an einer Endometriose leiden. Meistens sind Schmerzen beim oder nach dem Sex jedoch eine eher harmlose Nebenerscheinung von Scheiden-Trockenheit. Diese tritt häufig während der Wechseljahre auf, wenn die Östrogen-Werte niedrig sind. Das führt dazu, dass das Vaginal-Gewebe dünner wird und seine Elastizität und natürliche Feuchtigkeit verliert. Wird die Vagina nicht ausreichend befeuchtet, kann die Penetration Reibung und Gewebeschäden verursachen. Das kann zu Schmerzen oder sogar zu einer Infektion führen. Mögliche Linderung bringt die Verwendung eines täglich angewendeten Feuchtigkeitsgels oder die kurzfristige Nutzung eines Gleitmittels während des Geschlechtsverkehrs.


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