Scheiden-Problemen vorbeugen

Vaginale Beschwerden sind unangenehm – und können sich häufig auf Ihre gesamte Lebensqualität bis hin zu Ihrer Beziehung oder Freizeit-Gestaltung auswirken. Bei den meisten vaginalen Beschwerden ist die genaue Ursache oft schwer zu ermitteln. Einige Frauen sind anfälliger für vaginale Beschwerden als andere. Wir haben hier für Sie die wichtigsten Tipps zusammengefasst, um Problemen im Intimbereich effektiv vorzubeugen.

Tipps zur Vorbeugung von vaginalen Beschwerden

Hygiene
Die richtigen Hygiene-Maßnahmen tragen oft wesentlich zur Vorbeugung von vaginalen Beschwerden bei. Statt Seife zu benutzen, die die Schutzschicht der Haut beschädigen und Reizungen verursachen kann, sollten Sie ein natürliches Produkt mit milden Inhaltsstoffen wählen, um Ihre empfindliche Scheidenflora nicht zu zerstören. Sie sollten nur einmal täglich ein Intimpflegeprodukt verwenden. Wenn Sie das Bedürfnis haben, öfter als einmal täglich zu duschen – z.B. nach dem Training oder an einem heißen Tag – verwenden Sie am besten reines, lauwarmes Wasser. Zum Abtrocknen verwenden Sie am besten ein weiches, frisches Handtuch, mit dem Sie Ihre Scheide nur vorsichtig abtupfen. Auf Reisen oder während der Menstruation bieten sich milde Intimpflegetücher zur Pflege an. Beim Toilettengang sollten Sie sich stets von vorne nach hinten abwischen, damit keine Bakterien aus dem Analbereich in die Vagina übertragen werden und eine Infektion verursachen.

Sexuelle Verhaltensweisen
Bei häufigem Partner-Wechsel besteht grundsätzlich ein höheres Risiko für eine bakterielle Vaginose. Nur Kondome schützen Sie vor Infektionen beim Geschlechtsverkehr. Lassen Sie sich genug Zeit für das Vorspiel – nicht nur, um in Stimmung zu kommen, sondern auch, damit Ihre Vagina ausreichend befeuchtet wird. Wenn Sie an Scheiden-Trockenheit leiden, verwenden Sie ein vaginales Feuchtigkeitsgel oder ein Gleitmittel: So können schmerzhafte Reibungen und die Zerstörung von Gewebe verhindert werden.

Binden und Tampons
Binden und Tampons sollten alle 3 bis 4 Stunden gewechselt werden, um Reizungen durch den längeren Kontakt des Menstruationsbluts mit der Haut oder im Inneren der Vagina zu vermeiden. Dasselbe gilt für Slip-Einlagen: Auch, wenn sie als perfekte Lösung scheinen, um Sie über den Tag hinweg frisch zu halten, halten Slip-Einlagen doch gleichzeitig Ihre Haut davon ab, zu „atmen“. Das erhöht das Risiko für Reizungen und Infektionen.

Kleidung
Vermeiden Sie es, über einen längeren Zeitraum enge Kleidung – wie z.B. Skinny-Jeans, Leggings oder anliegende Shorts – zu tragen. Vor allem, wenn diese Kleidungsstücke auch noch aus synthetischen Fasern bestehen, erzeugen sie Reibung, Hitze und Luft-Staus in Ihrem Intimbereich. Das bildet den perfekten Nährboden für Mikroben. Auch und besonders für Ihre Unterwäsche gilt daher: Wählen Sie lieber natürliche Materialien wie Baumwolle.

Haar-Entfernung
Jede Art der Haar-Entfernung im Intimbereich trägt das Risiko von Haut-Reizungen in sich. Zur Vorbeugung befeuchten Sie darum Ihre Haut gut vor jeder Behandlung – und wenden Sie anschließend ein natürliches beruhigendes Produkt an.



Weitere Tipps zur Vorbeugung von Beschwerden:

  • Wenn Sie zu den Frauen gehören, die eher anfällig für vaginale Probleme sind, vermeiden Sie öffentliche Bäder (Schwimmbäder, Thermen etc.) – oder schützen Sie Ihre Scheidenflora mit entsprechenden Produkten.
  • Verzichten Sie auf Pflegeprodukte (Lotionen, Duschgels, Vaginalsprays usw.), die starke Reinigungs-, Duft- und Farbstoffe, Chemikalien oder Konservierungsmittel enthalten, die als Reizstoffe oder Allergene wirken können.
  • Verwenden Sie Pflegeprodukte, die Präbiotika enthalten. Präbiotika fördern das Wachstum der „guten“ Bakterien in der Scheidenflora und tragen zu einem gesunden Gleichgewicht bei.


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